Herr über 2000 Masken aus aller Welt
Michael Stöhr präsentiert in seinem neuen Museum in Diedorf ethnologische Schätze - Nach Regionen gegliedert
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reed also Maskenmuseum
3 Januar 2004 www.augsburgerallgemeine.de/
Von unserem Redaktionsmitglied Gerald Lindner
Diedorf
Schon immer hat der Mensch sich gerne verkleidet, versucht sich eine andere Identität zu geben oder auch eine fremde Macht mit einer Maske zusammen
überzustülpen. Im Verlauf von zwölf Jahren hat Michael Stöhr 2000 solcher Masken aus aller Herren Länder
zusammengetragen, die er nun ab Januar in einem eigenen Museum in Diedorf
präsentiert.
"Ich kam über die Kunst zu den Masken", erzählt der im Jahre 1952 in Donauwörth geborene
Stöhr, der aber schon seit seinem dritten Lebensjahr im Raum Augsburg wohnt. Er studierte an der Kunstakademie in München bei Professor Dr. Thomas
Zacharias. Seit mittlerweile 19 Jahren arbeitet er als Kunsterzieher am
Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß.
Mehr als 2000 Masken sammelte Stöhr bei zahlreichen Reisen, die ihn rund um die Welt
führten. Im Lauf der Zeit entwickelte er sich zum Experten für die
Maskenausdrucksformen. Er kennt mittlerweile auch die meisten Händler, die originale Masken
verkaufen, die nicht nur speziell für Touristen angefertigt werden. So kennt er sehr wohl das
Gefühl, wenn man ein seltenes Stück auf dem Flohmarkt billig ergattert hat oder wenn man für teures Geld ein heiß ersehntes Exemplar erwerben
kann.
Manche der Ausstellungs-Exemplare erhielt Stöhr auch von Menschen zugeschickt, die er auf seinen Reisen kennen gelernt
hatte. "Bis vor kurzem noch hingen sie in meinem Haus in Diedorf." Dann bot sich die
Gelegenheit, einen alten Bauernhof an der Lindenstraße zu mieten, gleich neben dem Bunten Haus des Kreises kreativer
Eltern. Seit zwei Monaten nun hat er das Gebäude zum Museum umgebaut, Beleuchtungen
angebracht, sowie die Masken auf drei Stockwerken, jeweils nach ihrem Ursprungsland aufgeteilt
ausgestellt.
Den Schwerpunkt hat Stöhr dabei auf afrikanische Masken gelegt: Fein getrennt, lassen sich diese auch nach Völkern oder manchmal gar Stämmen
unterscheiden, wie der Sammler deutlich macht. Für jeden Ausstellungsraum gibt es auch Informationsmaterial zur Herstellung und Bedeutung der
Masken. So finden sich unter anderem die Fastnachtsmasken aus dem alemannisch-bairischen Raum ebenso wie Federschmuck und Kopf- oder
Bauchmasken. Vielen gemeinsam ist, dass sie böse Geister oder Krankheiten vertreiben
sollen.
Doch nicht nur Menschen wurden mit diesen Kunstobjekten geschmückt beziehungsweise durch sie vor Schlimmem
geschützt: Stöhr präsentiert auch eine Maske, die an einem Schiffsbug angebracht war. Dabei wird
deutlich, dass es auch im afrikanischen Raum nicht nur die sehr schönen, dunklen und schlanken Gesichtsabbilder
gibt, sondern auch durchaus hässliche - Masken, die schlimme Krankheiten
verkörpern.
Darunter sind überdies - nicht zuletzt in Stücken aus dem afrikanischen Raum - oft europäische oder arabische
Gesichter. Ein Zeichen, wie gefürchtet die "Weißen" waren und in manchen Regionen noch
sind: "Wenn wir in die Dörfer gekommen sind, sind die Kinder teilweise schreiend vor uns
weggelaufen. Denn sie verbinden weiße Haut mit dem Tod - wir galten den Kleinen praktisch als lebende Tote." Masken
sammeln, ein Hobby, das viel Zeit in Anspruch nimmt.
Deswegen ist Michael Stöhr in letzter Zeit gar nicht zu eigenen Arbeiten
gekommen. Doch das weit und breit einzigartige Museum ist noch nicht alles:
"Ich hätte auch noch eine Sammlung von 3000 Statuen, die ich ebenfalls gerne in dem Museum untergebracht
hätte."
Kommt Zeit, kommt Rat, kann man bei Michael Stöhr überzeugt sein. Nun ist der Sammler noch auf der Suche nach
Sponsoren, eventuell auch für Werbung am Museum selbst.
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Maskenmuseum mi.stöhr Diedorf, Lindenstraße 1, geöffnet nach telefonischer Absprache unter (08238)60245 oder 0172-8230756, werktags ab 16
Uhr.
Maskenmuseum
Bayern
Online - Abendschau 15.Januar 2004
Seit 12 Jahren sammelt Michael Stöhr Masken rund um den Globus. Ob Theatermasken aus China oder Ahnenmasken aus
Afrika, diese Art der Darstellung und Kommunikation von Naturvölkern fasziniert den Schwaben seit
jeher.
Schon immer hat sich der Mensch gerne verkleidet und versucht, sich eine andere Identität zu
geben. Michael Stöhr kam über die Kunst zu den Masken. Er studierte an der Kunstakademie in München und arbeitet seit mittlerweile 19 Jahren als Lehrer für Kunsterziehung an einem Gymnasium in
Neusäß. Auf seinen zahlreichen Reisen, die ihn rund um die Welt führten, entwickelte er sich zum
Masken-Experten. Er kennt mittlerweile auch die meisten Händler, die originale Masken
verkaufen. Die speziell für Touristen angefertigten Exemplare interessieren den Sammler
nicht. Wichtig sind ihm Kraft und Form des Ausdrucks. Manche Ausstellungsstücke erhielt Stöhr auch von Menschen
zugeschickt, die er auf seinen Reisen kennengelernt hatte.
Ein Museum für die Masken
Bis vor kurzem hingen die Masken noch im Privathaus von Michael Stöhr. Jetzt bot sich die Gelegenheit einen alten Bauernhof im schwäbischen Diedorf zu mieten und diesen zu einem Museum
umzubauen. Die Masken sind auf drei Stockwerken ausgestellt, jeweils nach ihrem
Ursprungsland. Den Schwerpunkt hat Stöhr auf afrikanische Masken gelegt. Fein getrennt lassen sich diese nach Völkern oder Stämmen
unterscheiden. Fastnachtsmasken aus dem alemannisch-bayerischen Raum sind ebenso
vertreten, wie Ganzkörpermasken aus Südamerika. Hergestellt sind sie meist aus Fasern von
Ficus- und Maulbeerbäumen, verziert mit Borsten von Baumstachelschweinen.
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