Hugo von Hofmannsthal

Hofmannsthal

IM GRUENEN ZU ZINGEN


Die Liebste sprach: 'Ich halt dich nicht,
Du hast mir nichts geschworn.
Die Menschen soll man halten nicht,
Sind nicht zur Treu geborn.

Zieh deine Straßen hin, mein Freund,
Beschau dir Land um Land,
In vielen Betten ruh dich aus,
Viel Frauen nimm bei der Hand.

Wo dir der Wein zu sauer ist,
Da trink du Malvasier,
Und wenn mein Mund dir sußer ist,
So komm nur wieder zu mir !'



Om buiten te zingen

Mijn liefste zei: "Ik wil je niet binden,
Want je hebt mij geen trouw gezworen.
Ik wil je niet om mijn vinger winden,
Want jij bent niet voor één vrouw geboren.

Kies je eigen weg, mijn vriend
En bewonder land na land.
Slaap met wie je daar bemint;
Neem veel vrouwen bij de hand.

Maar als de wijn te zuur is,
Drink dan elexir,
En als mijn mond voor jou zoeter is,
Kom dan maar terug naar hier !"




Die Beiden

 
Sie trug den Becher in der Hand
- Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.

So leicht und fest war seine Hand,
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, daß es zitternd stand.
 
Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
Denn beide bebten sie so sehr,
Daß keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.


Zij beiden

 
Zij droeg de beker in de hand
-Zij was heel zelfzeker-
Zo lichtvoetig was haar gang
dat ze niets morste uit de beker.

Hij was vaardig en vurig
-Zijn paard was wispelturig-
Hij onderwierp het aan zijn wil
en sidderend stond het stil.

Ofschoon zij nader trad
en hem de lichte beker bood,
woog hij plots zwaar als lood:
 
Beiden beefden als een espenblad,
zodat geen hand de andere vond
en donkere wijn viel op de grond.



Lebenslied


Den Erben laß verschwenden
An Adler, Lamm und Pfau
Das Salböl aus den Händen
Der toten alten Frau ! 

Die Toten, die entgleiten,
Die Wipfel in dem Weiten -
Ihm sind sie wie das Schreiten
Der Tänzerinnen wert ! 

Er geht wie den kein Walten
Vom Rücken her bedroht.
Er lächelt, wenn die Falten
Des Lebens flüstern: Tod! 

Ihm bietet jede Stelle
Geheimnisvoll die Schwelle;
Es gibt sich jeder Welle
Der Heimatlose hin. 

Der Schwarm von wilden Bienen
Nimmt seine Seele mit;
Das Singen von Delphinen
Beflügelt seinen Schritt: 

Ihn tragen alle Erden
Mit mächtigen Gebärden.
Der Flüsse Dunkelwerden
Begrenzt den Hirtentag! 

Das Salböl aus den Händen
Der toten alten Frau
Laß lächelnd ihn verschwenden
An Adler, Lamm und Pfau: 

Er lächelt der Gefährten. -
Die schwebend unbeschwerten
Abgründe und die Gärten
Des Lebens tragen ihn.


© Vertalingen in het Nederlands van Lepus


Hugo von Hofmannsthal 
(1874-1929)

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