A.H. Hoffmann
Deutschlandlied

Liebesgedichte

A.H. Hoffmann
Gedicht (nl)

Hoffmann von Fallersleben - Gedichte
Hoffmann von Fallersleben



Gedichte

Frühlings Ankunft

Frühlingsverkündigung

Frühlingslied

Liebe und Frühling

Wie freu' ich mich der Sommerwonne

Herbstlied

Winternacht

Sehnsucht nach dem Frühling

Ja, Du bist mein!

Endlich hab' ich Dich gefunden

Ausländerei

Das Lied der Freiheit



 Frühlings Ankunft


Grüner Schimmer spielet wieder
 Drüben über Wies' und Feld.
 Frohe Hoffnung senkt sich nieder
 Auf die stumme trübe Welt.
 Ja,  nach langen Winterleiden   
 Kehrt der Frühling uns zurück, 
 Will die Welt in Freude kleiden, 
 Will uns bringen neues Glück.

Seht,  ein Schmetterling als Bote
 Zieht einher in Frühlingstracht, 
 Meldet uns,  dass alles Tote
 Nun zum Leben auferwacht.
 Nur die Veilchen schüchtern wagen
 Aufzuschau'n zum Sonnenschein;
 Ist es doch,  als ob sie fragen:
»Sollt'  es denn schon Frühling sein?«

Seht,  wie sich die Lerchen schwingen
 In das blaue Himmelszelt!
 Wie sie schwirren,  wie sie singen
 Über uns herab ins Feld!
 Alles Leid entflieht auf Erden
 Vor des Frühlings Freud' und Lust -
Nun,  so soll's auch Frühling werden, 
 Frühling auch in unsrer Brust!


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 Frühlingsverkündigung


Die Erde sagt es den Lerchen an, 
 Daß der Frühling gekommen sei,  
 Da schwingen sie sich himmelan
 Und singen es laut und frei.
 Es hört's der Wald,  es hört's das Feld, 
 Die Wiesenblumen und Quellen, 
 Und endlich hört's die ganze Welt, 
 Auch der Mensch in seinen Zellen.
 Der Mensch hört es zuletzt und sieht
 Nur, wie der Frühling ihm entflieht.


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 Frühlingslied


Nun säuseln linde
 Aus Westen die Winde.
 Schon rieseln die Quellen 
 Ins Thal hernieder.   
 Die Knospen schwellen.
      
Der Vögel Lieder
 Erschallen wieder.     
 Schneeglöckchen läuten fern und nah:
 Der Frühling ist da, der Frühling ist da!
      
O seht, wie der Frühling schaltet und waltet,
 Und neues Leben enthüllt und entfaltet, 
 Und schönes Leben ersinnt und gestaltet! 
     
Mit Duft und Farben erquickt und belebt,
 Mit Sang und Klang entzückt und erhebt,
 Und segnend über Allem schwebt!
      
Nun lasst uns nicht länger bleiben zu Haus!
 Wir wollen hinaus, ins Freie hinaus!


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 Liebe und Frühling


Ich muss hinaus, ich muss zu dir, 
 Ich muss es selbst dir sagen: 
 Du bist mein  Frühling, du nur mir 
 In diesen lichten Tagen.
        
Ich will die Rosen nicht mehr sehn, 
 Nicht mehr die grünen Matten; 
 Ich will nicht mehr zu Walde gehn 
 Nach Duft und Klang und Schatten.
     
Ich will nicht mehr der Lüfte Zug,
 Nicht mehr der Wellen Rauschen,
 Ich will nicht mehr der Vögel Flug
 Und ihrem Liede lauschen.
     
Ich will hinaus, ich will zu dir, 
 Ich will es selbst dir sagen: 
 Du bist mein Frühling, du nur mir 
 In diesen lichten Tagen!


Linecol

 Wie freu' ich mich der Sommerwonne!


Wie  freu' ich mich der Sommerwonne,           
 Des frischen Grüns in Feld und Wald,  
 Wenn's lebt und webt im Glanz der Sonne  
 Und wenn's von allen Zweigen  schallt!  
     
Ich möchte jedes Blümchen fragen:     
 Hast du nicht einen Gruß für mich?     
 Ich möchte jedem Vogel sagen:     
 Sing,  Vöglein,  sing und freue dich!     
     
Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:    
 Wer wollte sich nicht ihrer freu'n,  
 Wenn er durch frohe Frühlingslieder     
 Sich seine Jugend kann erneu'n?  
    
Kein Sehnen zieht mich in die Ferne, 
 Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;  
 Da wo ich bin,  da bin ich gerne, 
 Denn meine Heimat ist mein Herz. 


Linecol

 Herbstlied

   
Der Frühling hat es angefangen,
 Der Sommer hat's vollbracht.
 Seht, wie mit seinen roten Wangen
 So mancher Apfel lacht!

Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
 Er teilt sie  fröhlich aus,
 Und geht dann wie am Bettelstabe,
 Ein armer Mann, nach Haus.

Voll sind die Speicher nun und Gaden,
 Dass nichts uns mehr gebricht.
 Wir wollen ihn zu Gaste laden,
 Er aber will es  nicht.

Er will uns ohne Dank erfreuen,
 Kommt immer wieder her:
 Lasst uns das Gute drum erneuen,
 Dann sind wir gut wie er.


Linecol

 Winternacht

 
Wie ist so herrlich die Winternacht
 Es glänzt der Mond in voller Pracht
 Mit den silbernen Sternen am Himmelszelt.

Es zieht der Frost durch Wald und Feld
 Und überspinnet jedes Reis
 Und alle Halme silberweiß.

Er hauchet über dem See, und im Nu,
 Noch eh' wir's denken, friert er zu.

So hat der Winter auch unser gedacht
 Und über Nacht uns Freude gebracht.
 Nun wollen wir auch dem Winter nicht grollen
 Und ihm auch Lieder des Dankes zollen.


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 Sehnsucht nach dem Frühling


O wie ist es kalt geworden
und so traurig, öd` und leer!
Raue Winde wehn von Norden,
und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht` ich fliegen,
möchte sehn ein grünes Tal,
möcht` in Gras und Blumen liegen
und mich freun am Sonnenstrahl.

Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang,
möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süßem Sang.

Schöner Frühling, komm doch wieder,
lieber Frühling, komm doch bald,
bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder Feld und Wald.


Linecol

 Ja, Du bist mein!


Ja, Du bist mein!
 Ich will's dem blauen Himmel sagen,
 Ich will's der dunkeln Nacht vertrau'n,
 Ich will's als frohe Botschaft tragen
 Auf Bergeshöh'n, durch Heid' und Au'n.
 Die ganze Welt soll Zeuge sein:
 Ja, Du bist mein!
 Und ewig mein!
 Ja, Du bist mein!

In meinem Herzen sollst Du leben,
 Sollst haben was sein Liebstes ist,
 Du sollst von Lieb' und Luft umgeben
 Ganz fühlen, daß Du glücklich bist.
 Schließ mich in Deine Arme ein!
 Ja, Du bist mein!
 Und ewig mein!


Linecol

 Endlich hab' ich Dich gefunden


Endlich hab' ich Dich gefunden
 Nach so manchem bangen Gang,
 Und der Liebe süße Stunden
 Grüß' ich nun mit Sang und Klang.

Endlich ist der Schmerz verbunden,
 Der die Hoffnung fast verschlang,
 Und so muß mein Herz gefunden,
 Seit es sich sein Glück errang.

Ja, Du bist mit mir verbunden,
 Treu mit mir mein Lebelang:
 Wieder hab' ich mich gefunden,
 Seit ich endlich Dich errang.

Ja, Du bist mit mir verbunden!
 Sei gegrüßt mit Sang und Klang!
 Endlich hab' ich Dich gefunden,
 Du mein Glück, mein Traum, mein Sang.


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 Ausländerei


Daß wir so das Fremde lieben!
 Zu dem Fremden hingetrieben
 sind wir selbst uns fremd geblieben -
 Deutsch will keiner sein.
 Nur von Auslands Gnaden sollen
 wir bestehen wir Lebensvollen,
 Selbst nichts tun und selbst nichts wollen?
 Schlag der Teufel drein !

Sollen wir an uns verzagen?
 Kein Gefühl im Herzen tragen,
 nicht einmal zu sagen wagen,
 daß wir etwas sind?
 Stählt die Sinnen und Gemüter!
 Seid die Schirmer, seid die Hüter
 eurer eigenen deutschen Güter!
 Werdet deutschgesinnt !

Was die Fremden Gutes machten,
 laßt uns immer gern beachten,
 aber nach dem Besten trachten
 für das Vaterland!
 Liebend alle Welt umfassen,
 sich verachten, sich nur hassen,
 kann' s der Deutsche niemals lassen? -
 Armes Vaterland!


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 Das Lied der Freiheit


Es lebe, was auf Erden
 nach Freiheit strebt und wirbt
 von Freiheit singt und saget,
 für Freiheit lebt und stirbt.

Die Welt mit ihren Freuden
 ist ohne Freiheit nichts
 die Freiheit ist die Quelle
 der Tugend und des Lichts.

Es kann, was lebt und webet
 in Freiheit nur gedeihn.
 Das Ebenbild des Schöpfers
 kann nur der Freie sein.

Frei will ich sein und singen,
 so wie der Vogel lebt,
 der auf Palast und Kerker
 sein Frühlingslied erhebt.

Die Freiheit ist mein Leben
 und bleibt es immerfort,
 mein Sehnen, mein Gedanke,
 mein Traum, mein Lied und Wort.

Es lebe, was auf Erden
 nach Freiheit strebt und wirbt,
 von Freiheit singt und saget,
 für Freiheit lebt und stirbt.

Fluch sing ich allen Zwingherrn,
 Fluch aller Dienstbarkeit!
 Die Freiheit ist mein Leben
 und bleibt es alle Zeit.


Linecol

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

(° 2 April 1798 in Fallersleben, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg;
† 19 Januar 1874 in Corvey)

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