Else Lasker-Schüler

Die Liebe


Es rauscht durch unseren Schlaf
Ein feines Wehen wie Seide,
Wie pochendes Erblühen
Über uns beide.

Und ich werde heimwärts
Von Deinem Atem getragen,
Durch verzauberte Märchen,
Durch verschüttete Sagen.

Und mein Dornenlächeln spielt
Mit Deinen urtiefen Zügen,
Und es kommen die Erden
Sich an uns zu schmiegen.

Es rauscht durch unseren Schlaf
Ein feines Wehen wie Seide -
Der weltalte Traum
Segnet uns beide.

Frühling
Wir wollen wie der Mondenschein Die stille Frühlingsnacht durchwachen, Wir wollen wie zwei Kinder sein, Du hüllst mich in dein Leben ein Und lehrst mich so, wie du, zu lachen. Ich sehnte mich nach Mutterlieb' Und Vaterwort und Frühlingsspielen, Den Fluch, der mich durch's Leben trieb, Begann ich, da er bei mir blieb, Wie einen treuen Freund zu lieben. Nun blühn die Bäume seidenfein Und Liebe duftet von den Zweigen. Du mußt mir Mutter und Vater sein Und Frühlingsspiel und Schätzelein - - - Und ganz mein Eigen ...

Ich liebe dich
Ich liebe dich Und finde dich Wenn auch der Tag ganz dunkel wird. Mein Lebelang Und immer noch Bin suchend ich umhergeirrt. Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Es öffnen deine Lippen sich ... Die Welt ist taub, Die Welt ist blind Und auch die Wolke Und das Laub - - Nur wir, der goldene Staub Aus dem wir zwei bereitet: - Sind!

Mein Liebeslied
Wie ein heimlicher Brunnen Murmelt mein Blut, Immer von dir, immer von mir. Unter dem taumelnden Mond Tanzen meine nackten, suchenden Träume; Nachtwandelnde Kinder, Leise über düstere Hecken. O, deine Lippen sind sonnig... Diese Rauschedüfte deiner Lippen... Und aus blauen Dolden silberumringt Lächelst du ... du, du. Immer das schlängelnde Geriesel Auf meiner Haut Über die Schulter hinweg - Ich lausche... Wie ein heimlicher Brunnen Murmelt mein Blut..
Mein blaues Klavier
Ich habe zu Hause ein blaues Klavier Und kenne doch keine Note. Es steht im Dunkel der Kellertür, Seitdem die Welt verrohte. Es spielten Sternenhände vier - -Die Mondfrau sang im Boote- Nun tanzen die Ratten im Geklirr. Zerbrochen ist die Klaviatür... Ich beweine die blaue Tote. Ach liebe Engel öffnet mir -Ich aß vom bitteren Brote- Mir lebend schon die Himmelstür- Auch wider dem Verbote.

Else Lasker Schüler (Elberfeld, 11 februari 1869 – Jeruzalem, 22 januari 1945). Zij was een Duitse schrijfster uit het expressionisme. Tijdens haar leven reisde ze voortdurend en had ze geen vaste woonplaats. Ze huwde tweemaal. De toevoeging 'Lasker' aan haar familienaam, behield ze na haar eerste huwelijk. Haar latere financiële toestand was onstabiel. Haar talrijke vrienden ondersteunden haar financieel. Sinds 1900 was ze actief op de Berlijnse kunstscène. Als joodse werd ze bedreigd door de nazi's. Na de machts- overname door de NSDAP in 1933 vluchtte Lasker-Schüler naar Zürich in Zwitserland, maar ook daar kon ze niet werken. Zij was in Duitsland persona non grata geworden, aangezien ze enerzijds joods was en anderzijds de in nazi- Duitsland verboden Entartete Kunst bedreef. In 1934 ging ze naar Egypte en vervolgens naar Palestina. In 1937 vestigde ze zich in Jeruzalem. In 1938 werd haar de Duitse nationaliteit afgenomen en het uitbreken van de tweede Wereldoorlog verhinderde een terugkeer naar Europa. Haar levenswijze en excentrieke kleding maakten leven in Jerusalem moeilijk. Ze was geneigd om al het geld dat ze had in één keer uit te geven en dagen na elkaar uit te gaan zonder voedsel of onderdak. Ze stierf zwaar berooid aan het eind van de Tweede Wereldoorlog. Haar werk is van grote invloed geweest op haar vriend Georg Trakl. Gottfried Benn, eveneens een goede vriend van haar, noemde Lasker-Schüler de grootste dichteres die Duitsland ooit heeft gehad. Bron: Wikipedia. P.S. Tilla Durieux (oostenrijkse actrice) herinnert zich haar ontmoeting met Else Lasker-Schüler voor WOI: "Im Cafe des Westens, dem Sammelplatz der talentierten und untalentierten Boheme, konnte man die merkwürdigsten Erscheinungen sehen. Männer mit langen Haaren und Mädchen in eigenartiger Kleidung saßen hier stundenlang bei einer Schale schwarzen Kaffee. Unter ihnen sah man die Auffallendste: Else Lasker-Schüler. Sie war unbestreit- bar ein großes Talent und illustrierte ihre Geschichten und Gedichte in ungewöhnlicher Weise. Sie nannte sich selbst Prinz Jussuf von Theben und behaup- tete, in einem früheren Leben dieser Prinz gewesen zu sein… Else war klein und schmächtig, von knabenhafter Gestalt mit kurzgeschnittenem Haar, was damals sehr auffallend wirkte. Else, ewig verliebt, schrieb ihre merkwürdigen Gedichte, in denen sie die jeweils Erkorenen zu Göttern erhob und ihnen eine Rose oder einen Stern auf die recht ähnlich gezeichneten Köpfe malte." Ook Paul van Ostaijen ontmoette Else Lasker Schüler in het Café des Westens. Zij maakte geen goede indruk op hem en hij beschreef haar zeer onrespectvol als 'een klein vuil Jodin'. G.D.




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