Marita de Sterck

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Marita de Sterck : Zuletzt die Hunde; Übersetzt von Rolf  Erdorf.
Oetinger Taschenbuch, 1. Auflage, Oktober 2012, ISBN 978-3-8415-0125-7

 
Vorbei an schäumenden Flüssen und hungrigen Sümpfen
 
Dezember 1917. Mitten im Krieg verlässt der behütete Notarssohn Victor das elterliche Haus, um seinen Hund Django zu suchen. Die Außenwelt trifft ihn wie ein Schlag, und das nicht nur, weil er schon so lange nicht mehr draußen war. Die Welt gleicht einem Albtraum, denn der Krieg und vor allem der Hunger haben das ganze Land fest im Griff. Um zu überleben, essen die Menschen sogar Hunde. Victor ist fest entschlossen, Django zu retten. Es ist der Beginn einer verzweifelten Suche und einer Reise, die Victors Welt in ein neues Licht tauchen wird.
 
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Marita de Sterck : Zuletzt die Hunde
 
Im Dezember 1917, mitten im Krieg, läuft der behütete Notarssohn Victor von zu Hause weg, um seinen Hund Django zu suchen. Der 17-jährige leidet an der Fallsucht und durfte das elterliche Haus und den Garten seit Jahren nicht mehr allein verlassen. Kein Wunder, dass er seinen älteren Bruder Nest (Ernest) immer beneidete, weil dieser an die Front ?gedurft? hatte. Aus dem Schreibtisch seines Vaters stiehlt Victor ein Taschenmesser, Geld sowie einen Packen Briefe seines älteren Bruders. Dann macht er sich auf den Weg. ?Von heute an will Victor leben wie ein Mann?, hinterlässt er als Abschiedsbrief.
 
Wie ein Schlag trifft ihn die Außenwelt, und das nicht nur, weil er so lange nicht mehr draußen gewesen ist. Die Welt gleicht einem Albtraum: Die Front ist zwar weit weg, im Westen Belgiens, aber der Krieg ? der Hunger vor allem ? hat mittlerweile das ganze Land fest im Griff. Die Menschen haben sich verändert, sind verzweifelt, fallen übereinander her, sei es aus Habgier oder hemmungsloser Sinnenfreude. Sie nehmen mit, was sie heute noch kriegen können, denn ob es ein Morgen gibt, weiß niemand. Um zu überleben, essen die Menschen, wenn sie sie zu fassen kriegen, mittlerweile sogar Hunde. Das mit den Hunden erfährt Victor auf dem Armenmarkt der Stadt. Er hört, dass es im etwa dreißig Kilometer entfernten Ort Boom eine Hundeschlachterei gibt, und er muss einfach dem Weg der Hundefänger folgen, trotz der Risiken, die das für ihn beinhaltet. Victor ist in besonderer Weise auf seinen Hund angewiesen. Django, ein Belgischer Schäferhund, spürt seine Anfälle immer einige Sekunden vorher und kann Victor damit die Gelegenheit geben, sich noch rasch hinzusetzen, oder er springt hinzu und fängt den Sturz seines Herrn ab. Django ist ein außergewöhnliches Tier.
Victors drei Tage dauernde Reise führt ihn durch eine unwirtliche Gegend, wo er den allermerkwürdigsten Menschen begegnet. Er trifft vorlaute Huren (später wird er bei einer von ihnen seine Unschuld lassen), die Frau mit dem Bart, die ihr Dasein als Lumpensammlerin fristet und ihm, obwohl sie im Leben so ungefähr alles verloren hat, später das Leben retten wird, er trifft unheimliche Fährmänner und nicht zuletzt begegnet er Prosper, dem Hundeschlachter von Boom. Die Hunde drehen durch und haben nicht nur den Hundeschlachter, sondern auch die deutsche Besatzung auf den Plan gerufen, als Victor endlich dort ankommt. Statt des großen Showdowns erlebt der Junge hier allerdings wieder einen seiner schweren Anfälle, von dem er erst in Krankenhaus von Boon wieder erwacht.
 
Wieder schleicht er sich fort, und es ist Pelle, der kleine Sohn des Hundeschlachters, der ihm den geheimen Keller seines Vaters zeigt, in dem dieser neben einigen beiseite geschafften Lebensmitteln manchmal auch verfolgte Menschen versteckt. Im Tausch dafür will Pelle, der von seinem Vater regelmäßig grün und blau geschlagen wird, mit zu Victor nach Hause, um dort als Knecht zu arbeiten. Die Spuren in Prospers Geheimkeller zeigen Victor, dass sein Hund hier gewesen ist, seinen Strick wohl durchgebissen hat und durch ein gekipptes Kellerfenster geflohen sein muss.
 
Nach der fast noch tödlich verlaufenen Heimreise (ein gieriger Fährmann hätte Victor und Pelle ums Haar in einen Sumpf geworfen), auf der er auch seinen Hund endlich wiederfindet, kommt es zur Abrechnung im Elternhaus: Victor ist ein Mann geworden und wird sich nicht länger wie ein unmündiger Idiot behandeln lassen. Das Taschenmesser, das er zunächst für das seines Vaters hielt, hat er inzwischen als das seines Bruders erkannt, was besagt, dass dieser an der Front gefallen sein muss. Gefallen, aber nicht ehrenvoll, wie es der Vater gern hätte, was aber nicht den Tatsachen entspricht. Der tote Sohn hatte sich ja auch nicht ?freiwillig?, sondern erst unter dem starken Druck seines Vaters (und auch Victors) an die Front gemeldet. Keine Legende, nichts von dem ursprünglich schönen Schein bleibt übrig. ?Dieser Krieg muss aufhören?, sagt jetzt auch die Mutter, die sonst nie das Wort erhebt. Jetzt, am Abend des 1246-ten Kriegstages, dem 1. Januar 1918, liegt auch die Welt im behüteten Hause des Mechelner Notars in Trümmern.
 
  


Marita de Sterck


Marita de Sterck, geboren 1955 in Antwerpen, führt ihre lebenslange Liebe für das gesprochene Wort auf die alten Sagen zurück, die ihr ihr Vater als Kind erzählt hat und die sie als wahre Magie erlebte.
Ein Abschluss in Literatur und Anthropologie war eine logische Konsequenz daraus, es folgte eine erfolgreiche Karriere als Schriftstellerin.
Ihre Jugendromane wurden vielfach ausgezeichnet und von Lesern und Kritikern gleichermaßen hochgelobt.