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Eine Bank Der Gewichtheber Tom Goegebuer ist eine Bank im Team
des Zweitligisten KSV Hostenbach. Das große Ziel des Belgiers
ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Sommer in
Griechenland.
FOTO: RUPPENTHAL
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Hostenbach.
Hochkonzentriert
geht Tom Goegebuer auf die Hanteln zu. 110 Kilo sind aufgelegt.
Eigentlich ein Kinderspiel für den Belgier, liegt sein persönlicher
Rekord im Reißen doch bei 125 Kilo. Er prustet einmal kräftig,
legt seine Hände an und zieht das Schwergewicht hoch bis zur
Schulter, kommt kurz ins Wanken, findet mit einem schnellen
Ausfallschritt seine Balance wieder und reckt die 110 Kilo in die Höhe.
Goegebuer ist eine Bank bei den Gewichthebern des KSV Hostenbach,
nur selten misslingt ihm ein Versuch. Auch am Wochenende beim
Wettkampf des Zweitligisten gegen Ladenburg sammelte der 26-jährige
Belgier reichlich Punkte für Hostenbach.
Und nicht nur das: Mit 112 Kilo im Reißen und 132 im Stoßen erfüllte
er die Norm, die für die Teilnahme an den Europameisterschaften im
April in Kiew (Ukraine) berechtigt. "Ich freue mich tierisch,
dass ich bei der EM dabei sein kann", sagt der Belgier.
Insgesamt wird es seine achte Teilnahme an dieser kontinentalen Großveranstaltung
sein, bei Weltmeisterschaften schaffte er auch schon vier gute
Platzierungen.
Überhaupt steht der Name Tom Goegebuer in Belgien für
Gewichtheben. Im Alter von zwölf Jahren hat das
62-Kilo-Leichtgewicht mit der Sportart begonnen. Seit 1988 ist er
Abonnement-Meister in Belgien und sogar der drittbeste belgische
Gewichtheber aller Zeiten. "Tom hebt im zweiten Jahr für uns",
sagt KSV-Vorstand Oliver Hirtz und fügt an: "Wir sind sehr
stolz und froh, ihn zu haben." Davor ging Goegebuer für das pfälzische
Kindsbach an die Gewichte. Jetzt ist er nicht nur das Aushängeschild
des Hostenbacher Vereins, sondern schon seit Jahren der erste Mann
der belgischen Nationalmannschaft. Mit ihr ist der 26-Jährige nun
eine Woche lang im Trainingslager, um sich für verschiedene
internationale Wettkämpfe vorzubereiten.
Goegebuers Leben besteht aber nicht nur aus Gewichtheben. Seitdem
er sein Physik-Studium an der Universität in Gent abgeschlossen
hat, arbeitet der kleine Muskelprotz halbtags als Ingenieur für
medizinische Geräte in Krankenhäusern. Je nachdem, wie es die
Arbeit zulässt, kommt er zwei Mal die Woche ins Training seines KSV,
ansonsten wird zu Hause im "Royal Olympic Club" in Gent
trainiert. Um sein großes Ziel, die Teilnahme an den Olympischen
Spielen, zu erreichen, muss Goegebuer noch mehr üben als je zuvor.
Denn: Schafft er bei den Europameisterschaften im April einen Platz
unter den besten Acht in der 62-Kilo-Gewichtsklasse, hat er vom
Nationalen Olympischen Komitee Belgiens ein Reise-Ticket nach Athen
garantiert in der Tasche. "Dafür werde ich alles geben",
gibt sich Goegebuer kämpferisch. Zu gut kann er sich noch an den
Sommer 2000 erinnern, als er die Spiele in Sydney nur knapp
verpasste. Dieses Mal will er nichts dem Zufall überlassen. Er
beschreibt sich selbst als "Weightlifting-Addict", also
als ein Abhängiger des Gewichthebens. Und deshalb ist es dem
sympathischen Belgier zu wünschen, dass er in Athen an die Hanteln
darf.
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